Zielfisch Dorsch: Alles über Deutschlands beliebtesten Meeresfisch auf einen Blick

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Wer ein erfolgreicher Dorschangler sein möchte, der muss alles über den Fisch wissen.

  • Wie lebt der Dorsch?
  • Wie erkennt man einen Dorsch?
  • Wieso gibt es grüne und rote Dorsche?
  • Was frisst der Dorsch?
  • Wann laicht der Dorsch?
  • Wann ist die beste Zeit, um Dorsche zu angeln?

Wenn du das alles bereits weißt, dann schau doch mal in unserer Artikelserie über das Dorschangeln vorbei. Dort findest du strukturiert viele weitere Informationen.

Der Dorsch (Gadus morhua)

Der Dorsch (bzw. Kabeljau) ist ein sehr beliebter Speisefisch. Mit einem Fettgehalt von unter 1% ist er nicht nur sehr lecker, sondern bietet auch noch gesunde Nährwerte.

Er lebt vor allem in der Ostsee, Nordsee und im Nordatlantik.

Dorsche sind typische Schwarmfische. In Schwärmen mit durchschnittlich etwa 100 bis 150 Fischen verbringen sie fast ihr gesamtes Leben am Meeresgrund. In einer Tiefe von 15 bis etwa 200 Meter findet man die Exemplare, die das Mindestmaß von 40 cm erreicht haben. Hier unten fressen, rasten und laichen die Fische.

Beliebte Hotspots an denen sich die Dorsch-Schwärme aufhalten sind Sandbänke und Gebiete mit vielen Algen. Ebenfalls sehr beliebt sind Wracks. An den alten versunkenen Schiffen hat sich über die Jahre hinweg eine eigene Vegetation gebildet. Diese bietet genug Nahrung für viele kleine Fische. Diese kleinen Fische locken wiederum die größeren Dorsche an. Eine Nahrungskette, in der die Angler ganz weit oben stehen.

Aussehen

Der Dorsch hat ein unverwechselbares Aussehen. Es gibt einige anderen dorschartigen Fische wie z. B. den Wittling oder den Köhler, die dem echten Dorsch zwar ähneln, sich aber trotzdem vom Aussehen deutlich unterscheiden.

Eine besondere Auffälligkeit des Dorsches ist sein leopardenfarbiges Muster. Sein meist heller Körper ist geprägt von braunen Flecken. Dank dieses Musters passt sich der Dorsch sehr gut dem Untergrund an. So kann man ihn von oben nicht sofort sehen. Dies ist ein typisches Merkmal eines am Grund jagenden Raubfisches. Die Farbe des Dorsches ist sehr gut an den Untergrund, an dem er lebt, angepasst. So kann die Farbe mal bräunlich, mal gräulich oder manchmal sogar auch grünlich oder rötlich sein. Solltest du mal einen grünlichen oder rötlichen Dorsch an der Angel zu haben, musst du dir keine Sorgen machen. Er ist vollkommen gesund und genießbar. Es sagt nur aus, dass es auf dem Grund besonders viel grünes bzw. rotes Kraut gibt.

Die zweite Besonderheit seines Körpers ist seine Seitenlinie. Sie dient nicht nur zu Deko-Zwecken, sondern erfüllt ihm eine wichtige Funktion. Mit seinem äußerst empfindlichen Seitenlinienorgan ist der Dorsch bestens in der Lage seine Beute zu orten. Er nimmt damit selbst bei Dunkelheit jede kleinste Bewegung um ihn herum war.

Ein weiteres Merkmal sind seine Flossen. 3 Rückenflossen und 2 Afterflossen ermöglichen es dem Dorsch sich sehr schnell zu beschleunigen und dabei trotzdem in der Beweglichkeit nicht eingeschränkt zu sein.

Die letzte Besonderheit des Dorschaussehens ist sein sehr auffälliger Bartel. Ein einzelner Faden an seiner Unterlippe der bis zu 2 cm lang werden kann. Dieser Bartel übernimmt ebenfalls eine sehr wichtige Funktion. Sie ermöglicht die Nahrungsfindung am Grund. Der Dorsch schwimmt immer sehr nah am Grund. Dabei tastet der Bartel den Grund ab. Sobald er Nahrung findet, kann der Dorsch sofort zuschnappen.

Dorsch oder Kabeljau?

Einige wissen es vielleicht noch nicht, aber die Bezeichnungen Dorsch und Kabeljau meinen den gleichen Fisch. Den Gadus morhua. Je nach Gewässer kann der Fisch anders bezeichnet werden. In der Region der Ostsee wird der Fisch immer als Dorsch bezeichnet. In und an der Nordsee wird allerdings unterschieden. Jungfische, die noch nie gelaicht haben, werden hier ebenfalls Dorsch genannt. Sobald der Fisch das erste mal gelaicht hat, wird er als Kabeljau bezeichnet.

Die Lebensmittel-Industrie benennt seinen Dorsch fast immer als Kabeljau. Unabhängig von seiner Herkunft. Einfach nur, weil die Bezeichnung „Kabeljau“ appetitlicher und qualitativer klingt.

Vereinfacht lässt sich also sagen:

Der Dorsch wird an der Nordsee Kabeljau genannt. Es ist nur eine andere Bezeichnung für den gleichen Fisch.

Fressgewohnheiten

Der Dorsch ist ein Allesfresser. Algen, Plankton, Würmer, Krabben und sogar kleine Fische stehen auf seinem Speiseplan. Sein Speiseplan verändert sich jedoch im Laufe seines Lebens.

Nachdem ein Dorsch geschlüpft ist, ernährt er sich hauptsächlich von Plankton und Algen. Zusammen mit einigen anderen Kleinstlebewesen machen Plankton und Algen im ersten halben Jahr in seinem Leben einen Großteil seiner Hauptnahrungsquelle aus.

Hat der Jungdorsch eine gewisse Größe erreicht, dann beginnt er auch größere Tiere zu fressen. Dazu gehören vor allem verschiedenste Krebse, Seesterne, Würmer, Muscheln und andere Weichtiere.

Ab einer Größe von etwa 25 – 30 cm und einem Alter von 1 – 2 Jahre macht der Dorsch ebenfalls Jagt auf andere Fische. Zu seinen Lieblingsfischen gehören die Sprotten, Herings und Sandaale. Aber auch vor dem Kanibalismus macht der Dorsch keinen Halt. So frisst er bei Möglichkeit auch gerne mal kleine andere Jungdorsche.

Zur Hauptnahrung eines ausgewachsenen Dorsches zählen vor allem verschiedenen Krebstiere und kleine Fische. Deshalb sind Krebs- und Fischimitate sehr beliebte Köder, um den Dorsch an die Angel zu bekommen.

Der Dorsch ist ein sehr unvorsichtiger Jäger. Zur Nahrungssuche nutzt der Dorsch häufig nur seine Augen. Sieht er einmal etwas Fischartiges vor sich, oder über ihn schwimmen, schlägt er sehr schnell zu.  Er beobachtet dabei nur sehr selten.

Zusätzlich zu seinen Augen nutzt der Dorsch auch seinen Geruchssinn, seinen Seitelinienorgan und sein Bartel um seine Beute ausfindig zu machen. Besonders in der Dunkelheit und in sehr tiefen Gewässerabschnitten werden diese zusätzlichen Sinne genutzt.

Das Laichgeschäft der Dorsche

Dorsche werden mit einem Alter von 2 bis 4 Jahren geschlechtsreif. In diesem Alter haben sie eine Größe von etwa 30 bis 60 cm erreicht.

Das Laichverhalten der Dorsche ist von Gebiet zu Gebiet sehr unterschiedlich. Außerdem nimmt die Umwelt ebenfalls Einfluss auf das Laichgeschäft. So laichen die Dorsche meistens früher, wenn es einen warmen Winter gibt.

Normalerweise laichen die Dorsche in der deutschen Ostsee in den Monaten März bis April. Dies ist die Zeit in der das Plankton im ausreichenden Maße vorhanden ist, damit sich die Larven davon ernähren können.

In der Nordsee beginnen die Kabeljaus mit der Fortpflanzung bereits häufig zum Jahresende. Die Monate Dezember bis Mai sind potentielle Monate, in denen der Dorsch laichen könnte.

Weiter nördlich, in der Gegend um Norwegen und Island beginnen die Dorsche mit ihrem Laichgeschäft Mitte Februar und enden damit zum Ende April.

Zum Laichen ziehen die Fische in Gewässer, die besonders gut für die Fortpflanzung sind. Wichtiger Faktor hierfür ist ein gutes Nahrungsaufkommen und ein möglichst hoher Salzgehalt im Wasser.

Ein einzelner Rogner legt je nach Körpergewicht etwa 5.000 bis 7.000.000 Eier. Mit einer so hohen Anzahl legen Dorsche überdurchschnittlich viele Eier. Deshalb erholt sich derzeit der Dorschbestand seit den letzten Jahren sehr gut. Trotzdem haben wir noch keinen Überschuss an Dorsch. Deshalb ist das Angeln auf Laich-Dorsch immer noch sehr verpöhnt. Denn wenn du einen Dorsch aus dem Wasser holst, werden aus den millionen Eiern niemals Dorschlarven schlüpfen können.

Beste Zeit zum Dorschangeln

Das Dorsch hat ein sehr langweiliges Leben :-)

Fast das ganze Jahr lang verbringt er die Zeit damit zu fressen und zu wachsen. Selbst für die Suche nach geeigneten Laichplätzen schwimmen die Dorsche meistens nur wenige hunderte Kilometer.

Um zu verstehen, wann die beste Zeit ist, um Dorsche zu angeln, muss man wissen, was die Dorsche das ganze Jahr lang machen und wo sie sich aufhalten.

Alle folgenden Angaben sind nur durchschnittliche Angaben für den Ostsee-Dorsch. In der Nordsee und im Nordatlantik unterscheidet sich das Verhalten leicht.

Januar / Februar 

Zu Jahresbeginn ist es nur sehr schwer möglich die Dorschschwärme zu erreichen. Sie verziehen sich oft in große Tiefen. Selbst die kleinen Dorsche sind aus Küstennähe nicht mehr zu erreichen. Außerdem fahren sie ihre Bewegung sehr stark runter und leben nur noch sehr passiv. Dadurch verbrauchen sie viel weniger Energie und müssen dadurch auch nicht mehr so viel fressen.

Ab Februar ist das Angeln auf Dorsch ebenfalls nicht besonders empfehlenswert, weil sich die Dorsche für das kommende Laichgeschäft vorbereiten. Je nach Umweltbedingungen kann es auch sein, dass die Dorsche bereits jetzt mit dem Laichen beginnen.

März / April

Der Dorsch ist gerade am Laichen. Jeder Angler sollte in diesen Monaten freiwillig das gezielte Angeln auf Dorsch unterlassen und an den Artenschutz denken. Da die Dorsche gerade am Laichen sind, bewegen sie sich sehr passiv. Dadurch ist ihre Fleischqualität nicht so gut wie in den anderen Monaten.

Mai / Juni 

Der Dorsch ist gerade fertig mit dem Laichen. Jetzt müssen die ausgehungerten Dorsche, vor allem die größeren Weibchen, wieder zu Kräften kommen. Sie stürzen sich unvorsichtig auf alles, was nach Nahrung aussieht. Diese Monate gehören zu den besten Monaten im Jahr zum Dorschangeln.

Juli / August / September 

Im Juli und August kann man immer noch sehr gut Dorshe angeln. An extrem heißen Tagen beißen die Dorsche nicht so gut. Wenn es aber mal wieder etwas kühler wird, kann man dafür umso besser Dorsche angeln, bei gutem Wetter.
Man muss aber bedenken, dass dies die Hauptsaison für Touristen ist. Die Strände sind voll mit Badegästen. Auch auf dem Wasser sind viel mehr Boote als sonst.

Oktober / November

Diese Monate sind meiner Meinung nach die besten Monate zum Angeln auf Dorsch. Die Fische bereiten sich auf den kalten Winter vor und fressen sich einen Fettpolster an, damit sie den Winter und die darauffolgende Laichzeit bestens überstehen können. In diesen Monaten hat man sehr gute Chancen auf die dicken Dorsch-Weibchen.

Die Fische bewegen sich sehr viel in dieser Zeit. Durch diese Umstände ist das Fleisch der Dorsche zu dieser Jahreszeit am leckersten.

Dezember 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Auch die Dorsche beginnen mit ihrer Winterruhe.

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Meine ersten Erfahrungen mit dem Angeln habe ich bereits mit 8 Jahren gemacht. Damals noch auf kleine, schwache Weißfische.Seit mehreren Jahren bin ich von den Süßwasserfischen zu den Meeresfischen umgestiegen. Das Hochseeangeln von Booten und Kuttern macht mir dabei besonders viel Spaß

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6 Antworten

  1. Manfred Steffen sagt:

    Hallo sind Samstag den 24, 10, 15 mit der Hai 4 von Heiligenhafen los gefahren. Das Schiff ist ein übdr 70 Jahre alter Holz Fisch kutter für rund 50 Angler. Er hat wenig Aufbauten und ist damit gut zu beangeln. Die Crew um Kapitän Günter Zander ist klasse und sehr hilfsbereit. Es gibt ein Aufenthaltsraum unter Deck wo auch platz ist um zu essen . Eintopf Würstchen Kartoffelsalat…. eigentlich alles was ein Anglerherz braucht oder sein Magen.Das fangen war heute schwer doch mit 45 Anglern waren ca 70 gute Dorsche an Bord.Wobei die hälfte Neuangler waren. Wir hatten heute troztdem 5, 79 kg 90cm den Tages Sieger gefangen . Der Käptin ist immer sehr bemüht Fisch zufinden. Für mich einer der besten Kutter ich fahr immet gerne wieder. Gruss manni

  2. Wolfgang Struck sagt:

    Bin leidenschaftlicher Angler, aber mehr auf Flüsse und Seen. Aber dein Beitrag über das Meeresangeln ist super. Wir fahren jetzt Vatertag nach Neustadt zum Dorsch angeln. Vielleicht hast du noch Tips für mich.

    • Arthur sagt:

      Hallo Wolfgang,

      sorry für die verspätete Antwort. Ich hoffe du hattest erfolg mit dem Dorschangeln am Vatertag.
      Das wichtigste beim Dorschangeln ist meiner Meinung nach eine gute Ausrüstung. Es muss nicht gleich die 500Euro High-End Angel sein. Es sollte auch keine 10 Euro Lidl-Angel werden.
      Weitere Tipps findest du bei uns auf unserem Blog. stöbere einfach hier ein wenig rum, dann wirst du viel Informationen und Tipps finden.

      Der Rest kommt mit der Erfahrung. Fahre deshalb am besten mit anderen Anglern auf einem Kutter. Dort hast du genug Möglichkeiten bei den Anderen einige Tricks abzuschauen.

      Außerdem gehört natürlich auch etwas Glück dazu. Selbst der beste Angler kann auch mal Schneider bleiben :-)

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