3 Dinge, die du gegen Seekrankheit tun kannst, ohne Tabletten nehmen zu müssen

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Es kann jeden treffen. Selbst Kapitäne, die schon ihr ganzes Leben lang ein Kutter steuern.

Der eine ist besonders anfällig und beim Anderen muss das Boot schon etwas stärker schaukeln.

Wenn man sich einmal übergeben muss, dann ist der ganze Angelausflug versaut. Deshalb greifen viele Angler zu Medikamenten. Es gibt aber eine Menge Möglichkeiten, um etwas gegen die Seekrankheit und gegen die Reisekrankheit allgemein etwas zu tun.

Um zu wissen, was man dagegen tun kann, sollte man sich zunächst einmal die Frage stellen:

Was ist Seekrankheit überhaupt?

Die Seekrankheit ist eine Form der Reise- und Bewegungskrankheit. In Fachkreisen wird sie auch Kinetose genannt.

Dabei darf man das Wort Krankheit nicht wörtlich nehmen. Es ist keine gewöhnliche Krankheit mit der man sich anstecken kann. Seekrank kann fast jeder werden, wenn er sich auf einem schaukelnden Schiff befindet.

Gewöhnlicherweise vergeht die Seekrankheit sofort, wenn man wieder auf dem Festland ist.

In manchen seltenen Fällen kann sie aber auch 1 -2 Tage andauern. Wenn man am Folgetag noch starke Schwindelgefühle hat, oder man sogar noch erbrechen muss, sollte man schleunigst einen Arzt aufsuchen.

Wie entsteht eigentlich Seekrankheit?

Um zu wissen, was man gegen die Seekrankheit tun kann, ist es wichtig zu verstehen, wie sie überhaupt entsteht.

Seekrankheit entsteht wenn das Gehirn vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr und von den Augen widersprüchliche Signale bekommt.

Befindet sich ein Fischkutter im offenen Meer, dann schaukelt das Schiff durch die Wellen in alle Richtungen. Da man sich als Angler auf dem Kutter befindet, wird man entsprechend mitgeschaukelt. Das Gleichgewichtsorgan, meldet dem Gehirn, dass es sich in alle Richtungen bewegt.

Mit den Augen sieht man aber nicht, dass man sich bewegt. Wenn man auf den Boden des Fischkutters schaut, dann nehmen die Augen  wahr, dass man auf einer Stelle steht.

Das Gehirn kann diese widersprüchlichen Wahrnehmungen nur schwer verarbeiten. Das führt dazu, dass manche Menschen dadurch seekrank werden.

Taubstumme Menschen können daher nicht Seekrank werden (Wenn sie ein defektes Gleichgewichtsorgan haben).

Blinde Menschen hingegen können aber trotzdem seekrank werden. Denn bei blinden Menschen sagen andere Sinne, dass sie angeblich still stehen, auch wenn sie es gar nicht sehen.

Symptome

Viele Hilfsmittel gegen die Seekrankheit wirken nur vorbeugend. Das heißt, dass man sie anwenden muss BEVOR man seekrank geworden ist.

Eine Seekrankheit baut sich langsam auf, mit steigender Anzahl folgender Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Schweißausbrüche
  • Blässe
  • Erbrechen
  • Depressive Stimmung (wenn es nicht daran liegt, dass man gerade keinen Fisch fängt ;-) )

Wenn du eins dieser Symptome bei dir bemerkst, wird es höchste Zeit etwas dagegen zu tun!

Das Interessiert dich aber alles nicht, denn du willst nicht seekrank werden

So, genug über die Seekrankheit gelernt. Du willst doch nur wissen, was du machen kannst, um nicht seekrank zu werden.

Mit diesen 3 Regeln wirst du garantiert nicht mehr seekrank.

1. Lass dich durch deine Sinnesorgane nicht in die Irre führen

Wie ich oben bereits erwähnt habe, entsteht die Seekrankheit, wenn dir das Gleichgewichtsorgan und ein anderes Sinnesorgan, wie das Auge, widersprüchliche Bewegungen melden.

Deswegen gibt es den Tipp von mir:

Konzentriere dich niemals auf etwas auf dem Schiff.

Oft hat das das Problem, dass man sich mit dem Nachbar verfangen hat.

Dann konzentriert man sich sehr stark auf die eigenen Hände und auf die Schnur. Im Hintergrund sieht man nicht, dass das Schiff sich bewegt.

Aber man schaukelt trotzdem hin und her, durch die Bewegungen des Schiffes.

Das Gleichgewichtsorgan meldet dem Gehirn, dass es sich bewegt. Die Augen melden aber einen Stillstand, weil man sich nur auf einen Gegenstand auf dem Schiff konzentriert.

Wenn du im Vorfeld weißt, dass du schnell seekrank wirst, dann versuche solche Sachen möglichst dann zu machen, wenn du das offene Meer im Hintergrund siehst.

Falls es doch mal zu spät sein sollte, gilt:

Lege dich auf den Rücken und schließe die Augen

3 mal darfst du raten, wieso das Hilft.

Richtig.

Die Augen melden dem Gehirn keine „falschen“ Signale mehr.

Dein Gleichgewichtsorgan bekommt trotzdem mit, dass du hin und her schaukelst. Das ist auch nicht weiter schlimm.

Hauptsache dein Gehirn wird nicht durch die unterschiedlichen Organe in die Irre geführt.

2. Die richtige Ernährung gegen Seekrankheit

Häufige Beschwerden von seekranken Menschen ist Übelkeit und Erbrechen.

Deshalb ist es sehr nahe liegend, dass eine gute, gesunde Ernährung sehr hilfreich ist.

Vitamin C ist das A und O

Die Grundlage für die Ernährung für deinen glücklichen Angelausflug auf einem Fischkutter ist die Zufuhr von Vitamin C.

Vitamin C findet man massig in Spinat, Paprika und Zitrusfrüchten wie beispielsweise Orangen.

Weitere spannende Fakten über das Thema Vitamin C schreibt René Gräber auf vitalstoffmedizin.com.

Für den Notfall: Ingwer

Ich kann mich selber nicht mit dem Ingwer anfreunden.

Aber es hilft!

Deshalb ist Ingwer (zusammen mit Vitamin C-Zusätzen)  der Bestandteil von den meisten Medikamenten, die nicht rezeptpflichtig sind.

Wer den Ingwer nicht roh essen kann, kann es mal mit einem Ingwer-Tee probieren.

Aber beim Ingwer gilt wie bei den meisten Tabletten, dass man den Ingwer mindestens eine Stunde vorher zu sich nehmen muss.

Ein weiterer guter Tipp den mir mal ein Hochsee-Angler gesagt hat:

Esse vorher möglichst viel! Dann ist der Magen so voll, dass sich der Mageninhalt nicht mehr durchschaukeln lassen kann.

Wenn du das ausprobieren willst, dann solltest du unbedingt darauf achten, dass du möglichst leichte Kost zu dir nimmst. Verzichte lieber auf den XXL-Burger am Vortag und esse lieber eine Paprika.

Ob das stimmt, habe ich allerdings noch nie getestet. Wenn du da mehr Erfahrungen zu gemacht hast, kannst du deine Erfahrungen gerne in einem Kommentar hinterlassen.

3. Entspanne dich

Stress und ein hoher Adrenalin-Spiegel fördert die Seekrankheit.

Auf den übermäßigen Adrenalin-Ausschuss will und sollte man bei einem Angelausflug niemals verzichten. Der Stress lässt sich aber problemlos minimieren.

Schlafe vorher aus

Viele Angler fahren bereits nachts los Richtung Fischerhafen. Wenn du nicht gerade in der Nähe wohnst ist es auch kein Problem.

Solltest du aber eine Anreise von mehr als 150 Kilometer haben, dann kannst du einfach nicht ausschlafen.

Das Schiff fährt um 8 Uhr los. Du willst eine Stunde Zeit-Puffer haben, damit du auch bloß nicht zu spät kommst und willst dann noch über 2 Stunden Auto fahren?

Dann musst du ja schon um 4 Uhr aufstehen! Versuche das zu vermeiden.

Such dir lieber eine günstige Unterkunft für 20 Euro in Hafennähe.

Dadurch kommst du ausgeschlafen zum Hafen und hast keinen zusätzlichen Stress, weil du Angst haben musst, dass dein Kutter ablegen will.

Trinke keinen Alkohol

Nicht am Vortag und schon gar nicht auf dem Schiff.

Viele Angler sagen, dass 1, 2 oder vielleicht auch 3 Biere einfach zu einem Angelausflug dazugehören.

Ja, ich gönne es ihnen. Ich gehöre selbst zu dieser Gruppe.

Aber diese Menschen dürfen sich nicht beschweren, wenn sie seekrank werden.

Der Alkoholkonsum selbst, führst schon zu ähnlichen Symptomen. Wenn man dann noch auf einem stark schaukelnden Schiff Alkohol trinkt, wirkt es nur doppelt.

Vermeide unangenehme Gerüche

Es hilft zwar nicht gegen Kopfschmerzen oder Schweißausbrüche.

Dafür hilft es aber dagegen, wenn man kurz davor ist sich zu erbrechen.

Versuche also beispielsweise als Nichtraucher, den Qualm der Raucher nicht einzuatmen.

Fazit

Die Reisekrankheit ist ein Problem, mit dem viele Menschen kämpfen müssen.

Manchmal bleibt es bei Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen. Manchmal wird es aber auch noch schlimmer.

Mit den oben genannten Tipps, ist es möglich der Seekrankheit entgegen zu wirken.

Für den Notfall sollte man sich trotzdem Tabletten oder andere Arten von Medikamenten mitnehmen. Vor allem wenn man weiß, dass man sehr anfällig gegen eine Seekrankheit ist. Bei den Tabletten muss aber beachtet werden, dass die meisten rezeptfreien Tabletten eine Stunde vorher eingenommen werden müssen.

Eine alternative zu gewöhnlichen Tabletten bieten Homöopatische Mittel.

Ich bin zum Glück nicht anfällig gegen Reisekrankheiten. Trotzdem ist es ein Problem, mit dem leider viel zu viele Hochsee-Cowboys kämpfen müssen.

 

Wie geht es dir mit der Seekrankheit? Hast du oft Probleme damit? Wenn ja, dann versuch doch mal die beschriebenen Tipps aus und schreib doch bitte einen Kommentar darüber. Vielleicht kennst du ja sogar noch weitere Tipps dagegen, die du uns mitteilen möchtest.

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Meine ersten Erfahrungen mit dem Angeln habe ich bereits mit 8 Jahren gemacht. Damals noch auf kleine, schwache Weißfische.Seit mehreren Jahren bin ich von den Süßwasserfischen zu den Meeresfischen umgestiegen. Das Hochseeangeln von Booten und Kuttern macht mir dabei besonders viel Spaß

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9 Antworten

  1. Leon sagt:

    Vielen Dank für die Tipps. Mir persönlich hilft Kaugummi kauen auch relativ gut. Das mit dem Ingwer wusste ich bisher noch nicht aber werde es definitiv beim nächsten Hochseeangel Trip mit einem Tee versuchen.

    • Arthur sagt:

      Das mit dem Kaugummi kauen kannte ich wiederum gar nicht. Ich werde es auf jeden Fall mal weiter erzählen und mal testen lassen. Leider kann ich es nicht selber testen, da ich nie Seekrank werde :-)

  2. Lennart sagt:

    Einfach angeln 😂, haha.
    Nein ich würde die Wellen beobachten und mich mit den Wellen bewegen.

  3. Philipp sagt:

    Ich kenne das Gefühl der Seekrankheit bis jetzt nur von einer einzigen Überfahrt in der Karibik mit ca. 3 Meter Seegang, denen das kleine Schiff hoffnungslos ausgesetzt war. Es ging zu einer Curacao vorgelagerten Insel, die Überfahrt dauerte dreieinhalb Stunden. Es gab viele fliegende Fische, die jedoch nicht gefangen wurden. Dort und bei verschiedenen Segeltörns hilft eigentlich Kaugummi ganz gut. Ein andermal, bei einer Winterüberfahrt nach Helgoland, übergaben sich gefühlt alle Passagiere außer der Crew, meinem Cousin, einigen Helgoländern an Bord und mir. Fast wurden die Außendecks gesperrt, aber das ist meiner Meinung nach ein Fehler, da man gegen Seekrankheit unbedingt frische Luft benötigt. Ferner sollte man immer die Möglichkeit haben, den Horizont mit den Augen festzuhalten.

  4. In Sachen Ingwer kann ich als ehemaliges Crewmitglied nur zustimmen – da gibt es leckere Lutschbonbons.
    Diese Akupressur-Armbänder hingegen zeigen bei mir keine Wirkung.

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